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Spurenelemente im Focus

Als Aquarianer werden wir jeden Tag mit so vielen Begriffen konfrontiert. Da reden wir von Mengenelementen, Spurenelementen, Aminosäuren, Nährstoffen und…  und … und. Oftmals weiss man das vielleicht gar nicht alles genau zuzuordnen was denn nun was bedeutet. Gerade bei den Begriffen Mengenelementen und Spurenelementen  wird doch immer wieder vieles durcheinander geworfen und so manches Missverständnis ist so schon entstanden.

Auch stellen wir immer wieder fest, das einige Händler  und vor allem die Hersteller heute gerne alle möglichen von Mittelchen empfehlen,  die zumindest wenn man diesen  glaubt, unverzichtbar sind in einem Meerwasser Aquarium. Viele Aquarianer gerade Einsteiger sind da oft überfordert, von den vielen Dingen und dosieren vielleicht etwas wovon  sie annehmen, dass es z.B. für die Spurenelemente Versorgung dient, dabei ist es nur ein Mittel für die Kalkversorgung in unseren Aquarien oder schlimmer noch umgekehrt. Daher wollen wir in diesem Artikel versuchen ein wenig Klarheit in dieses doch immer wieder heiß diskutierte Thema zu bringen. Dies soll kein Artikel über Balling, Sangokai, Triton oder ATI Essentials werden,  diese Serie startet auch bald … Versprochen !, sondern wir wollen uns hier hauptsächlich über die Verwendung von Spurenelementen und am Rande natürlich auch Aminosäuren, in der Meerwasser Aquaristik beschäftigen.

 

Die Menge machts

Aber damit wir auch alle vom gleichen sprechen, versuchen wir doch erst einmal zu klären, wo der Unterschied zwischen sogenannten Mengenelementen und Spurenelementen liegt. In der Regel bezeichnet man Elemente die weniger als 1 mg/Liter Meerwasser vorhanden sind als Spurenelemente. Dies wäre eigentlich die richtige Definition. Also sind alle Elemente die eine höhere Dosierung aufweisen, in der Regel ein Mengenelement.  Wenn wir nun von Mengenelementen in der Meerwasser Aquaristik reden, dann meinen wir eigentlich stets Elemente wie Magnesium, Calcium, Carbonate, Kalium, Natrium, Chlorid etc. Also alles Elemente, die in sehr hohen Dosierungen in unserem Wasser vorhanden sind.

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Die meisten kennen die Versorgung unserer Becken mit den  Elementen Calcium, Carbonat und Magnesium durch Wasserwechsel, Kalkreaktoren, Balling, sowie abwandelte Methoden, die aber dennoch auf Balling basieren oder aber mit denen von den verschiedensten Herstellern angebotenen fertigen flüssigen Mitteln.  Diese  haben dann so Namen wie Reef Foundation ABC oder Grotech ABC etc. um nur mal ein kleines Beispiel zu geben.

Letzten Endes handelt es sich aber auch hier oft um nichts anderes, wie wenn man sich günstig Ballingsalze kaufen würde und sich seine Stammlösungen selbst ansetzen würde. Nur eben viel teurer. Leider gibt es bei den  Herstellern solcher fertig Produkten auch welche, die pauschale Angabe zur Dosierung machen ohne näher darüber zu informieren,  wieviel man sich  nun wirklich von sagen wir mal als Beispiel Calcium dosiert hat.  Dies führt leider immer wieder dazu, dass es Aquarianer gibt, deren Werte vollkommen aus dem Ruder gelaufen sind und sie dies nicht wirklich nachvollziehen können. Immerhin  dosieren sie doch gemäß Hersteller nach. Deswegen sollte man hier doch lieber auf Hersteller setzen, die genau angeben welche Dosierung den Wert um so und soviel erhöht. Aber wie gesagt hier ist alles noch recht überschaubar und letzten Endes stehen uns heute so viele verschiedene Möglichkeiten der Kalkhaushaltversorgung zur Verfügung, dass jeder von uns sich das für ihn ideale Produkt aussuchen kann.

Wenn wir allerdings von Spurenelementen reden, dann meinen wir eben so Elemente wie Barium, Kupfer, Eisen, Zinn, Zink und so weiter  um nur einen kleinen Teil von Spurenelementen zu nennen. Nun muss man aber ein wenig aufpassen. Es hat sich in der Meerwasseraquaristik eingebürgert, Elemente wie Bor, Brom und Fluor auch als Spurenelemente zu bezeichnen obwohl diese in einer deutlich höheren Dosis in unserem Wasser vorhanden sind. Von daher wenn Ihr jemanden von Spurenelementen reden hört, erinnert euch daran, auch diese Elemente sind damit gemeint. Hier wiederum wird es sehr schnell verwirrend und nicht immer ist direkt ersichtlich um was es sich handelt. Da einige Hersteller leider Spurenelemente  auch in allen möglichen Produktarten präsentieren mit äusserst phantasievollen Namen, ist es für uns manchmal nicht direkt ersichtlich, ob ich nun ein Korallenfutter zugebe wie z.B. Plankton oder Spurenelemente. Deswegen hier auch der Ratschlag immer die Augen auf und lieber das Produkt stehen lassen. Es gibt genügend Hersteller, die deutlich und klar Ihre Produkte deklarieren.

 

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Alles natürlich oder ?

Wenn man einen Händler, Hersteller oder auch viele Aquarianer fragt,

„Warum verwendest du eigentlich Spurenelemente“ ,

bekommt man meist zur Antwort,

„Weil ich versuche meinen Korallen ihr natürliches Umfeld so gut es geht zu bieten und ich möchte, dass sie schön da stehen“ 

Dies ist auch eine gute Einstellung. Wir sollten uns nur von der Illusion lösen, dass wir hier „natürlich“ arbeiten. Wir schaffen es einfach nicht, die niedrigen Dosierungen von Spurenelementen im Meer herzustellen. Das liegt allein schon an der Verunreinigung unserer Meersalze, welche wir verwenden. Es gab sogar früher Zeiten, da wurden diese Verunreinigungen genau aufgeführt. Heute wird von den Herstellern es Marketingtechnisch geschickter verpackt und auf unseren Eimern steht dann drauf „Enthält alle wichtigen Spurenelemente des Meeres“. Wow das hört sich Super an . Aber in welcher Dosis hier wirklich Spurenelemente vorhanden sind und vor allem welche, das wird in der Regel nicht erwähnt. Warum sollten die Hersteller das auch tun, dann würden sie ja auch garantieren, dass wir in unserem angesetzten Wasser eben immer eine gewisse Dosierung von Spurenelementen vorhanden haben. Das können sie ja aber gar nicht, denn wer soll denn bitte dafür garantieren, dass das eine Mikrogramm eines gewissen Spurenelements genau nun an jeder Stelle vorhanden ist, wo wir das Salz aus unserem 25 Kilogramm Eimer entnehmen. Daraus folgert aber eben auch, dass  wir eben nicht immer alle Spurenelemente in der gleichen Dosis zugeben  und vor allem nicht in natürlichen Konzentrationen. Daher sollte uns eben allen bewusst sein, dass wir in unseren Aquarien eben keine natürlichen Dosierungen vorfinden können, sondern diese oftmals sehr viel höher sind.

Ein Beispiel. Nehmen wir einmal das Spurenelement Kupfer. Kupfer ist ein essentielles Spurenelement was unseren Tieren in einer gewissen Dosis zur Verfügung stehen muss, da diese es für verschiedene Dinge benötigen. In unseren Aquarien sind Kupferkonzentrationen von bis zu 40 microgramm pro Liter (oftmals um die 10 Microgramm)  Wasser keine Seltenheit. Diese Menge liegt in gebundener sowie freier Form von Kupfer in unseren Aquarien vor und kann von den Tieren entsprechend verwertet werden.
Wollten wir es natürlich haben, dann dürften wir hier nur eine Konzentration von 0,3 microgramm pro Liter Wasser haben. Dies zieht sich durch alle Spurenelemente durch. Wir schaffen es einfach nicht diese extrem niedrigen Konzentrationen in unseren Aquarien stabil zur Verfügung zu stellen. Zumindest nicht in einem bezahlbaren Rahmen. Das ist aber zum Glück auch gar nicht schlimm, da unsere Korallen in der Regel mit erhöhten Konzentration eigentlich sehr gut klar kommen. Wichtig ist dabei eben, das wir die Konzentrationen nicht zu hoch treiben, da es sonst eben wieder zu Problemen kommen kann.

 

Informieren ist das wichtigste

Jetzt stehen wir aber eben wieder bei unseren Händlern und vor allem Herstellern und  diese erklären uns, dass wir unbedingt noch dieses Präparat oder jenes kaufen sollen, damit unsere Korallen doch noch besser da stehen oder noch besser leuchten. Solche Aussagen werden  getroffen ohne Informationen, wie groß das Becken ist , wie der Aquarianer sein Aquarium  besetzt hat oder auch nach welchem System er sein Aquarium eigentlich fährt. Dies halten wir für nicht ungefährlich, da wir eben, und das ist vielen auch oftmals nicht bewusst, bei Spurenelementen immer zu einem großen Teil von Schwermetallen reden, die wir unserem Aquarium zuführen. Deswegen sind wir der Meinung, dass man bevor man Mittel wie Spurenelemente oder Aminosäuren zugibt sich erst einmal selbst ausgiebig,  bzw. der Händler einen eben umfassend informieren sollte. Es gilt dabei zu prüfen, ob man das bei seinem Aquarium überhaupt braucht und vor allem was man sich da in das Aquarium kippt. Denn eines ist klar. Zuviel kann verheerende Auswirkungen haben. Uns sollte allen bewusst sein, dass wir eben hier von Stoffen wie Eisen, Kupfer, Chrom etc. reden, die ab einer gewissen Dosis eben auch toxisch auf unsere Bewohner wie Fische, Schnecken, Garneln usw. aber auch Korallen wirken können. Die gute Nachricht ist, dass es schon einige sehr gute Händler gibt, die ihre Kunden hier umfassend und kompetent beraten. Drum prüfe wer sich ewig bindet

Wir finden es allerdings auch ein wenig kritisch, dass manche Hersteller ihren Produkten so hübsche Namen wie All In One oder Coral Coloration Program geben. Natürlich wird eine Firma immer versuchen einen Marketingtechnisch optimalen Namen zu finden. Allerdings sollte immer umfassend informiert werden, was man da eigentlich genau zugibt. Denn solche Namen werden bei so manchem Anfänger auch gerne mal so verstanden, dass man hier was zugibt, was unbedingt benötigt wird und ja einfach nur die Farben verstärkt. Weil klar wir wollen ja alle bunte Farben. Das ist ja auch richtig. Nur wie dies funktioniert und das es hier auch gerne mal zu Nebenwirkungen kommen kann bei falscher Anwendung, wird dabei eben ein wenig verschwiegen. Fakt ist nicht jeder braucht wirklich unbedingt Spurenelemente und man sollte auch schon wissen was diese bewirken und wann man vielleicht auch mal mit der Zugabe von Spurenelementen stoppen sollte. Viel zu oft, liest man in den Foren, dass plötzlich Tiere unerklärlich versterbe. Oft wird dann als letzter Schritt eine Analyse des Wassers in einem Labor beauftragt und nicht selten ist man dann überrascht, das so viele Werte insbesondere Schwermetalle auf Rot stehen.

 

Spurenelemente sind wichtig …. Aber

Nun stellt sich aber natürlich die Frage warum und vor allem wann sollten wir denn Spurenelemente dosieren ?
Wir alle kennen das. Wir haben ein wunderschönes Becken. Die Wasserwerte sind alle ganz ok aber irgendwie sieht man immer wieder diese tollen Bilder anderer Aquarien. Hier leuchtet alles,  ja fast hat man den Eindruck das die Korallen von innen heraus glühen und die Farben extrem intensiv sind. Dann schaut man in sein eigenes Becken und denkt sich. „Das könnte eben noch schöner aussehen“. Also mal schnell zum Händler und nachgefragt. Schon steht man vor einem großen Regal mit zig Produkten die man zugeben kann und alles wird gut. So ist es aber nun auch nicht. Ja Spurenelemente sind sicherlich wichtig, aber wenn die Wasserwerte nicht passen, kann man Spuris zu dosieren wie man will und es wird sich nichts groß ändern. Gerade die SPS mit ihren leuchtenden Farben, benötigen in der Regel dazu eben auch vor allem niedrige Nährstoff und vor allem Phosphat Werte.

Aber gehen wir mal davon aus, dass wir super Wasserwerte haben, die Korallen stehen wirklich schon sehr schön da, aber wir haben das Gefühl, wir könnten noch ein wenig mehr rauskitzeln. Dann kommen wir eben um die Überlegung Spurenelemente nach zu dosieren nicht drumrum. Hier gibt es nun die verschiedensten Anbieter. Angefangen von den klassischen Balling Komplexen, die man einfach in die Stammlösungen dosiert und mit jeder Dosierung von KH und CA dem Becken zuführt, über AllinOne Lösungen, Spurenelement Systeme die meistens aus mehreren Flaschen bestehen und natürlich komplette umfassende Spurenelement und Nährstoffversorgungssysteme wie Sangokai oder Korallenzucht etc. All diese Systeme funktionieren mehr oder weniger. Insbesondere die kompletten Versorgungssysteme versuchen hier immer wieder zu optimieren.

Aber hier muss auch wieder jeder selbst für sich herausfinden welches Produkt ihm am meisten zusagt und womit er für sich die besten Ergebnisse erzielt. Generell sind wir nicht der Freund von diesen AllinOne Lösungen, da es hier doch auch zu Ausfällungen in der Flasche kommen kann, und man denkt man dosiert ja alles wichtige. Dabei sind einige Elemente schon gar nicht mehr verfügbar. Ein konkrete Produktempfehlung wollen wir hier in diesem Artikel nicht geben, da wir denken, hier hat jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht und es wäre nicht in Ordnung ein bestimmtes Produkt nun auch noch hervorzuheben.

 

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Spurenelemente… Weniger ist mehr

Leider hat sich in der Aquaristik in den letzten Jahren ein gewisser Trend und Hang zu allen möglichen Mitteln eingestellt und jeder denkt,  ich brauche doch noch was. Dies hat dazu geführt, dass man bei manchen Aquarien beim Blick in den Technikschrank das Gefühl hat, man schaut in eine Chemiküche oder in ein Labor. Nicht selten werden pro Tag ein paar Tropfen  von diesem und von jenem dosiert. Man ist irgendwie nie wirklich zufrieden, weil man immer denkt, beim anderen sieht es NOCH schöner aus. Dabei ist dies oftmals gar nicht nötig. Man sollte auch immer mal bei solchen Blicken in andere Becken hinterfragen, mit welchem Licht wurde das aufgenommen.

Gerade Weichkorallen Becken haben gar nicht diesen hohen Bedarf an Spurenelementen und wenn derjenige noch regelmäßig Wasserwechsel macht, braucht dieser im Grunde so gut wie gar keine Zusätze mehr zugeben. Sollte er unbedingt der Meinung sein, etwas zugeben zu müssen, sollte er sich zumindest  einen Hersteller suchen, der sich kompetent auf seine Bedürfnisse als Weichkorallenbesitzer eingestellt hat und dafür auch entsprechende Dosierempfehlungen gibt. Meiden sollte man in einem solchen Fall Mittelchen, welche nur eine pauschale Empfehlung geben ohne Hintergrund. Aber generell sind wir der Meinung, dass insbesondere solche Aquarienbesitzer sich das Geld auch gut sparen können und lieber die Zeit die sie durch weniger Dosieren einsparen, gemütlich vor Ihrem Aquarium verbringen.

Auch bei einem Mischbecken ist der Spurenelemente Bedarf wirklich noch im entspannten Bereich und gerade wenn man auch hier Wasserwechsel macht, wird nicht wirklich viel an Spurenelementen benötigt. Wenn man auf Wasserwechsel weitestgehend verzichten will, wird dieser natürlich höher. Aber auch hier empfiehlt es sich  auf einen Hersteller zurück zu greifen, der den persönlichen Besatz und die Aquariengröße berücksichtigt und entsprechende Dosierungsempfehlungen gibt.
Richtig interessant wird es wirklich erst, wenn man sehr viele SPS pflegt und dabei vielleicht auch noch die regelmäßigen Wasserwechsel weitestgehend reduziert hat. Hier ist der Spurenelemente Bedarf sicherlich am höchsten und der Bedarf der Korallen ist auch definitiv gegeben. Dennoch vertreten wir  bei Spurenelementen die Meinung, WENIGER IST MEHR.

 

Hauptsache es leuchtet richtig schön,  sollte nicht wirklich das Ziel sein

Eine gesunde Koralle wird immer ein offenes Polypenbild mit kräftigen gesunden Farben vorweisen. Stimmen die Nährstoffwerte, wobei wir nicht die Freunde der heute gern propagierten Zero No3 und PO4 Aquarien sind, wird man viel Freude an der Koralle haben. Geht man bei der Zugabe von Spurenelementen dabei besonnen vor und beobachtet dabei auch die anderen Wasserwerte, dann kann man damit sicherlich noch einmal das ganze unterstützen.

Dabei sollte man aber auch immer eines beachten. Gibt man zu hohe Dosen von Spurenelementen zu, mag dies vielleicht einen Moment super aussehen. Die Gefahr ist allerdings auch immer, dass sich gewisse Elemente wie bereits erwähnt anreichern und dies dann irgendwann zu Problemen führt. Es gibt leider auf dem Markt auch Präparate, die durch eine erhöhte Kupferdosierung besonders leuchtende Farben hervorkitzeln wollen. Sprich durch eine Kupfervergiftung werden die in den Korallen vorhandenen Zooxanthellen (sofern es sich nicht um azooxanthellate korallen handelt) zum absterben gebracht.

Diese Zooxanthellen sorgen immer für einen leicht bräunlichen Ton. Je höher die Nährstoffwerte sind, desto brauner werden die Korallen, da eben die Zooxanthellen sich wunderbar vermehren. Diesen Effekt wollen wir natürlich auch nicht unbedingt haben. Aber in dem eben beschriebenen umgekehrten Fall, sorgt man dafür das diese Zooxanthellen absterben und von der Koralle ausgestossen werden. Klar der Effekt ist erst einmal beachtlich. Die Korallen strahlen in wundervollem Glanz und man denkt sehr leicht. „Jetzt hab ich es geschafft“.

Aber man muss auch eben sehen, dass wir damit auf Messers Schneide fahren. Wenn unsere Korallen zuviel ihrer Zooxanthellen abstoßen bzw. sind zu viele gestorben, können diese sich nicht mehr durch Photosynthese sprich Licht ernähren. Dies führt dazu, dass unsere Korallen Futter benötigen. Bleiben diese Futterzugaben aus oder ist die Strömung zum Beispiel nicht ausreichend um diese damit zu versorgen, verhungern unsere Korallen langsam aber sicher. Dies ist unserer Meinung nach alles andere als eine „natürliche“ Korallenhaltung. Darum ist die Frage die wir uns als Aquarianer, die ja auch eine Verantwortung für die Tiere übernommen haben, auch immer stellen müssen, muss es immer extrem leuchtend sein.

Diesen Effekt kann bzw. konnte man übrigens auch in den natürlichen Meeren beobachten. Vor dem großen Korallensterben in unseren Riffen 1998 und 2002, sahen die Korallen super schön und leuchtend aus, da sie alle Zooxanthellen ausgestossen hatten. Allerdings begann dann eben auch sehr bald dass Massenhafte Sterben der Korallen.

 

Manchmal sollte man mal Pause machen

Leider sieht man viel zu oft, Beiträge von Aquarianern, deren Werte vollständig aus dem Ruder gelaufen sind, diese aber immer noch fleissig Spurenelemente dosieren, da der Hersteller das ja so vorschreibt. Nicht selten kann dies dann zu weiteren Problemen führen. Gerade wenn unsere Magnesium-, Calcium- oder Carbonatwerte nicht im optimalen Bereich sind, kann dies zur Folge haben, dass unsere Korallen dies mit einem schlechteren Wachstum quittieren. Dosieren wir hier nun einfach weiter unsere Spurenelemente, werden diese in der zugeführten Menge überhaupt nicht mehr benötigt. Die Folgen wären, dass sich gewisse Elemente in unserem Aquarium immer weiter anreichern.

Auch wenn man bereits mit Cyanos oder Dinoflagellaten zu kämpfen hat, sollte man nicht anfangen Spurenelemente zu dosieren oder sofern man bereits dosiert diese Dosierung einstellen. Da man diese dadurch natürlich noch weiter anfüttert. Deswegen beobachtet euer Aquarium und wenn sich irgendwelche Veränderungen ergeben, macht lieber mal ne Pause. Euren Korallen wird dies,  aufgrund der meistens eh vollkommen ausreichenden Spurenelemente die sich bereits im Aquarium befinden, weniger ausmachen selbst wenn ihr über mehrere Wochen die Dosierungen einstellt, als wenn ihr hier eventuell überdosiert.

 

Aminosäuren ein wichtiger Baustein

Nun da wir langsam zum Schluss dieses Artikels kommen, noch ein paar Worte zu Aminosäuren. Oft werden Aminosäuren und Spurenelemente in einem Atemzug genannt und man könnte den Eindruck gewinnen, dass man das eine ohne das andere niemals dosieren kann. Dem ist aber nicht so. Beides sind vollkommen unterschiedliche Dinge und können auch völlig unabhängig voneinander dosiert werden. Aminosäuren sind organische Verbindungen die in den Zellen unserer Tiere sprich unserer Korallen eine besondere Aufgabe erfüllen. Insbesondere in Aquarien die sehr Nährstoffarm gefahren werden, spielen diese eine sehr wichtige Rolle. Auch dienen diese als eine Art Lockstoff die unsere Koralle dazu animieren ihre Polypen ganz weit zu öffnen um somit die Futteraufnahme zu begünstigen.

Allerdings gibt es eine grosse Anzahl an Herstellern auf dem Markt. Leider kann man nicht einfach sagen, Aminosäuren sind gleich Aminosäuren. Unglücklicherweise gibt es  Hersteller die zum Beispiel sehr träge organische Verbindungen  verwenden, die dann eher als Bakterienfutter enden als hier wirklich unseren Korallen zur Verfügung gestellt zu werden. Ja es gibt sogar Präparate bei denen man eigentlich gar keinen Effekt feststellen konnte. Darum wäre hier unser Rat an euch. Informiert euch. Es gibt sehr viele sehr gute Hersteller und sicher werden euch in unserer  Community viele gerne Ihre Erfahrung mit  euch teilen. Spart hier nicht am falschen Ende, nur weil ihr auf irgendein Produkt setzt wo Aminosäuren drauf steht. Ihr wollt ja sicher nicht, das euer gutes Geld einfach mal so nutzlos in eurem Becken verpufft. Vielleicht ist ja auch ein System für euch der richtige Weg, wo ihr euer Aquarium sowie mit Spurenelementen, Aminosäuren als auch Nährstoffen versorgt.

 

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Findet euren eigenen Weg.

Puuuuuh nun ist dieser Artikel auch schon wieder vorbei. Wir hoffen es hat euch wieder viel Spass gemacht und wir konnten euch ein wenig über das Thema Spurenelemente informieren oder euch vielleicht zum Nachdenken anregen. Wir freuen uns wieder auf euer Feedback und vor allem auf die spannenden Diskussionen. Denn eines ist sicher, es gibt kaum ein Thema das so heiß diskutiert wird, wie das Thema Spurenelemente. Berichtet doch einfach mal von euren Aquarien. Was ihr so als Spurenelemente einsetzt. Oder auch sehr wichtig, wenn ihr bereits mal schlechte Erfahrungen mit der Spurenelemente Dosierung gemacht habt.

Als Fazit dieses Artikels kann man denken wir zusammen fassen. Das wir einfach mal prüfen sollten, ob das was wir da dosieren oder dosieren wollen auch wirklich sinnvoll ist und ob wir es brauchen. Oder, ob wir vielleicht nicht einfach auch mal mit den natürlichen und gesunden Farben unserer Korallen glücklich sind und nicht immer danach streben, dass sie aussehen als wenn sie gerade einem Atomreaktor entflohen wären .

Es gibt mittlerweile einen sehr interessanten, nicht mehr ganz neuen Trend, der aber doch immer mehr Beachtung findet und den wir mit grosser Spannung verfolgen. Hierbei versucht man den vollständig anderen Weg, nämlich unsere Aquarien wieder einfach ein wenig runter zu züchten und weg von den vielen Additiven zu kommen, die wir zuführen. Sondern eben dahin zu kommen, dass wir uns den natürlichen Werten so weit als möglich annähern. Dies bedeutet, das einige Aquarianer komplett auf die Zugabe von Spurenelementen verzichten. Vielleicht ist das die Zukunft, vielleicht auch nicht. Es bleibt einfach abzuwarten. Wichtig ist nur, geht euren eigenen Weg und folgt nicht einfach Empfehlungen von Herstellern oder pauschalen Aussagen. Auch eifert nicht jedem tollen Bild nach. Ihr werdet überrascht sein, wie viele ganz tolle Aufnahmen einfach gut bearbeitet wurden oder eben unter optimalen Lichtbedingungen gemacht wurden. Wenn wir alle etwas entspannter an die Meerwasseraquaristik gehen, wenn wir einfach auch mal wieder mit einem gut funktionierenden Aquarium mit gut wachsenden Korallen zufrieden sind, werden wir alle weniger Stress haben und, davon sind wir überzeugt, auch das eine oder andere Problem mit Algen, Cyanos, Dinos und… und… und , weniger haben.

In diesem Sinne bleibt uns nur noch, euch einen schönen Sonntag zu wünschen. Wir lesen uns spätens in 14 Tagen wieder. Dann mit dem Thema „Die richtige Salzmenge muss es sein“. Bis dahin euer Carsten vom Meerwasser Live Magazin Team.

 

 

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18 Kommentare

  1. Ich freue mich sehr über diesen Artikel! Er bringt mir ne Menge Entspannung, was dieses Thema angeht.

  2. Was sagt ihr denn zu der ständigen Zugabe von zB Jod, welche wirklich viele Hersteller als „Pflicht“ sehen, es täglich zuzugeben ?

    • Die Zugaben von Iod in Form einer lugolschen Lösung sind sicherlich Sinnvoll, wenn man Wirbellose wie Garnelen und Krabben pflegt. Allerdings sollte man auch hier immer ein wenig besonnen vorgehen. Es kam auch schon vor, dass in einem Becken bein einer Analyse eine bis zu 2000fache Überdosierung festgestellt wurde.

      • Fa DuplaMarin beispielsweise empfiehlt !tägliche! Zugabe von Jod, Strontium, Eisen sowie Aminosäuren zzgl 2x die Woche einen Spurenelemente-Mix. Das erscheint mir mittlerweile recht extrem. Ich habe auch keinen wirklichen Erfolg mit der Vorgehensweise bemerkt.

        • Pauschal ist das auch sehr extrem meiner Meinung nach. Man sollte letzten Endes schon schauen, das die Dosierung Sinnvoll und vor allem seinem Becken angepasst ist. Wenn dann dazu noch kein Effekt festgestellt werden kann, dann ist dies natürlich doppelt ärgerlich

  3. Hallo Carsten und alle Leser,
    danke für den sehr gut geschriebenen und anregenden Artikel. Wenn ich darf (hoffe ich, auch wenn ich Hersteller bin), würde ich gerne anmerken, dass der Bedarf an Mikronährstoffen immer auch an die Verfügbarkeit der Makronährstoffe wie Stickstoff und Phosphor gekoppelt ist.
    Ganz allgemein betrachtet gilt also, dass eine hohe Stickstoffverfügbarkeit (z.B. hoher Nitratgehalt) auch eine entsprechend höhere Mikronährstoffversorgung voraussetzt. Und genau das ist das Problem bei SPS Becken, wenn diese sehr nährstoffarm betrieben werden. Dadurch wird dann schnell überdosiert.
    Eine Weichkoralle hat durchaus einen vergleichbaren Mikronährstoffbedarf wie eine SPS, aber wir müssen beachten, dass SPS Becken oft allgemein nährstoffärmer betrieben werden als Misch- oder Weichkorallenbecken. Und daraus resultiert auch ein unterschiedlicher Bedarf für eine Mikronährstoffdosierung, bei der man sich also idealerweise am Nährstoffgehalt orientiert und nicht z.B. am Kalkverbrauch.

    Der Unterschied zwischen einer sinnvollen und z.B. auch übertriebenen Dosierung von Mikronährstoffen für ein individuelles Becken liegt also nicht in der Organismenstruktur, sondern in der allgemeinen Nährstoffverfügbarkeit hinsichtlich Stickstoff und v.a. Phosphat!

    Liebe Grüße,
    Jörg

    • Hallo Jörg,

      na klar darfst du. Danke dir erst mal für dein Lob und vor allem auch noch einmal für deine weiterführenden Informationen. Ich denke dies ist sicherlich für die Leser dieses Artikels auch noch einmal sehr interresant.

      Viele Grüße Carsten

  4. Hey Carsten… Klasse Vortrag
    Denn auch dieses Thema bereitet mir Kopfzerbrechen
    Ich bin Neuling in der Meerwasseraquaristik und die Beiträge von Björn, Christian und dir, gaben mir so manche Klarheit mit auf den Weg.

    Es ist schön jemanden zu haben der einen in der Anfangszeit begleitet.
    Derzeit Kauf ich mir die ganze Technik Nyos Quantum, Flipper Magnet, Ecodrift 8.0 das Salz von Coral Master… usw.
    Mitte Juni kommt dann auch das Reefer 250.

    Nunmehr frag ich mich… Muss ich in der Einfahrphase auch schon Spurenelemente oder Mengenelemente zuführen?
    Oder sollte man in der Einfahrphase auf alles verzichten?
    Und wann sollte der erste Wasserwechsel statt finden?

    Viele Grüße aus Hamburg und eine salzige Woche

    Sven

    • Hallo Sven,

      danke für dein tolles Feedback. Leider schaff ich es erst heute dir zu antworten. Wenn du nicht planst, sehr schnell dein Becken komplett zu besetzen und das würde ich dir als Anfänger nicht empfehlen. Kannst du gerade am Anfang komplett auf das zudosieren von Spurenelementen und Mengenelementen verzichten. Was nicht heisst, dass du direkt sehr lange warten musst, bis du mit den ersten Korallen starten kannst. Aber das sind wenn dann eher sehr robuste Weichkorallen.

      Liebe Grüße Carsten

    • Hallo Alexandra,

      auf deine letzte Mail bekommst du auch noch eine Antwort versprochen nur aktuell viel los. Aber nun konkret zu deiner Frage hier. Die Triton Methode ist sicherlich eine sehr umfassende Methode um sein Becken stabil zu fahren. Man sollte sich meiner Meinung nach dann allerdings auch wirklich vollständig auf die Methode und die dahinter stehende Philosophie einlassen. Hier sind andere Systeme wie Sangokai z.B. doch wesentlich offener. In ca. 4 Wochen wenn alles klappt, startet auch im Magazin eine Serie über die bekanntesten Systeme wie Balling, Triton, Sangokai und ATI Elements. Hier werde ich in 4 Artikeln die Methoden vorstellen und was so alles dazu gehört. Vielleicht bekommst du hier ja auch noch ein paar Informationen dann.

      Liebe Grüße Carsten

  5. Vor allem sollte man nicht – wie Carsten ja auch schon sagt – pauschal nach Herstellerangaben dosieren, sondern sich mit Büchern, MW-Lexicon etcpp. schlau machen, WELCHE Tiere überhaupt Jod, Strontium und Konsorten unabdinglich und ausreichend benötigen. Habe ich solche Spezialisten nicht oder nur einge wenige drin, brauche ich spezielle Dosierungen auch kaum

  6. TOP Beitrag! Vielen Dank Jörg Kokott, daß es mal jemand (richtigerweise!) so beschreibt!

  7. Hallo

    Der Beitrag gefällt mir sehr gut. Weniger ist mehr!
    Was die Phosphatwerte angeht, so habe ich persönlich die Erfahrungen gemacht, dass auch höhere Werte schöne leuchtende Farben ermöglichen. (Jedoch keine Pastellfarben)

    • Hi,
      das kommt immer auch ein bisschen auf die Korallen an. Heikle Acroporas werden damit nicht glücklich werden. Aber das sieht man dann ja recht schnell und kann es Ändern

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