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Die Sternfleck-Muräne ist ein faszinierendes Tier.  Unser Gastautor heute,  heisst Thomas Marty und möchte euch diese wunderschönen Tiere ein wenig näher bringen. Aber lest selbst …….. Als erstes möchte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Tom Marty, ich bin 49 Jahre alt, komme aus der Schweiz und wohne am schönen Zürichsee.   Ich habe mich vor über 8 Jahren mit dem Virus Meerwasseraquaristik infiziert und komme glücklicherweise nicht mehr davon los. Zwischenzeitlich pflege ich recht erfolgreich ein Mixed Becken mit zooxanthelaten und azooxanthelaten Korallen. Die ganze Thematik „Meerwasseraquaristik“ hat mich vor kurzem weiter dazu inspiriert einen Blog  zu starten. Aber hierzu später mehr. WP_20150901_14_58_33_Pro_LI Ich wurde vor längerer Zeit mal von Carsten Dewald vomMeerwasserLive Magazinangefragt, ob ich bereit wäre einen kurzen Bericht über das Thema „Sternfleck Muräne im Aquarium“ zu schreiben.  Auf diese Frage konnte ich natürlich nicht nein sagen und nun ist hier endlich der fertige Bericht für Euch. Ich hoffe ihr habt viel Spass beim Lesen.  

Haltung, Pflege und Fütterung einer Sternfleck Muräne (Echidna nebulosa)

Ich pflege seit über 2 Jahren eine Sternfleck-Muräne (Meerwasser Lexikon ) in meinem Becken. Oft werde ich gefragt,  auf was man denn so aufpassen müsse, bzw. was für Voraussetzungen es braucht um diese sehr schöne Muräne erfolgreich halten zu können. Darum möchte ich – für interessierte – gerne ein Paar nicht unerhebliche Fakten und Infos in diesem Beitrag erläutern. Die Sternmuräne kommt aus dem Roten Meer, Indischer Ozean, bzw. aus dem Arabischen Meer. Meine ist jetzt so ungefähr 55/60cm lang und kann bis zu 80cm gross werden. Schwierigkeitsgrad : einfach mit Einschränkungen – sofern man die nachfolgenden Punkte berücksichtigt und umsetzt. Sternfleck_schaut_aus_Rhre

 

Haltung der Sternfleck-Muräne

Im Aquarium sollte ein guter und stabiler Riffaufbau vorhanden und ideal mit einigen Höhlen versehen sein. Wenn das Riff nicht stabil gebaut ist, kann die Muräne das Riff zum Einsturz bringen. Ein grosses Tier hat unglaubliche Kraft, die kann ein ganzes Riff problemlos zum Einsturz bringen. Deshalb ist es von Vorteil die Steine mit Mörtel oder alternativ mit Kabelbindern zu sichern. Ein gutes Hilfsmittel um zusätzliche Höhlen im Riffaufbau zu integrieren sind PVC Rohre (Bild), diese werden von den Muränen sehr gerne als Höhle und Unterschlupf benutzt. Röhren vor dem Einbau Mit diesen Röhren (8-10cm Ø) ist es ideal einen perfekten Unterschlupf in Kombination mit dem Riff zu bauen. Höhlen und verschiedene Unterschlüpfe sollten genügend und in geeigneter Grösse bereitgestellt werden. Hier sollte von Anfang an die Endgrösse der Muräne berücksichtigt werden. Die Sternfleck-Muräne ist am Tag – ausser bei der Fütterung – fast nie im offenen Wasser unterwegs. In der Dämmerungsphase und bei Nacht streift sie jedoch gerne mal durchs Riff und kundschaftet das Becken aus. Als ideal haben sich diese Röhren erwiesen, da kann man mit verschiedenen Bauteilen (Y + T Stück) ein geeignetes Zuhause bauen. Unbedingt zu beachten ist, dass man diese Röhren vor dem Einbau ins Becken sauber reinigt und von Fett befreit. Die Gummidichtungen welche beim Kauf dabei sind, können selbstverständlich entfernt werden da sie nicht gebraucht werden. Röhren_verbaut So sieht das Versteck für die Muräne aus, wenn es fertig im Becken ins Riff integriert, platziert und dekoriert ist. Dieser Unterschlupf hat drei Ein-, bzw. Ausgänge und einer davon geht direkt ins Riff hinein. Im Riff gibt es dann nochmals eine zusätzliche Möglichkeit sich unter einer Riffplatte und einer zusätzlichen einzelnen Röhre zu verkriechen. Meine Erfahrung zeigt auch, dass es von Vorteil ist, so ein Versteck nicht in der Mitte des Becken zu planen. In einer Ecke ist es für die Muräne besser, da es ruhiger ist und sie sich wohler fühlt. Ebenfalls kann sie so ihr Revier besser im Auge behalten und wird – wie in der Natur auch – mehr Zeit in ihrem Unterschlupf verbringen. Im folgenden Video ist gut zu sehen, wie sie sich sichtlich wohl in ihrem Unterschlupf fühlt  

https://www.youtube.com/watch?v=BZQv1xlCqSg

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Fütterung

Es ist empfehlenswert nicht von Hand zu füttern, sondern mit einer Zange. Beim füttern können sie in einen regelrechten Fressrausch kommen. Ein Grund dafür ist auch, dass die Muräne sehr kurzsichtig ist und beim Fressen zusätzlich fast nichts mehr sieht. Und aufgepasst, sie bewegt sich zwar im Normalfall eher gemächlich im Becken, aber wehe, wenn sie dann will ist sie tierisch schnell! Die Muräne liebt Stinten, Garnelen Miesmuscheln, Sandgarnelen, Tintenfisch und Seelachs sowie Muschelfleisch über alles. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass die (z.B.) Stinten nicht zu klein sind. Diese sollten eine ungefähre Grösse von 2/3 des Durchmesser des Kopfes der Sternfleck-Muräne haben. Die Sternfleck-Muräne hat zwei Gebisse hintereinander, neben dem eigentlichen (normalen) Kiefer, der dazu dient die Beute zu fangen und festzuhalten, verfügen Muränen über einen weit hinten im Rachen gelegenen und beweglichen Pharyngeal- oder Schlundkiefer, um grössere Nahrungsstücke in die Speiseröhre zu ziehen. Das eigentliche Gebiss, also das vordere „normale“ zerkleinert dann die Beute in kleinere Stücke und kann dann so gefressen werden. Wenn man allenfalls zwei oder mehrere Muränen in unterschiedlichen Grössen halten will ist, sollte man bei der Fütterung unbedingt darauf achten, die Muränen an verschiedenen Stellen zu füttern. Sonst kann es gut mal vorkommen, dass die kleine Muräne von der grossen in ihrem Fresswahn „unabsichtlich“ verschluckt wird.  

https://www.youtube.com/watch?v=Jo_NiqeVEZs&feature=youtu.be

  Über die Futtermenge, bzw. die Anzahl der Fütterungen ist keine pauschale Aussage zu treffen. Nicht jedes Tier verhält sich gleich, denn jedes dieser Raubtiere hat einen ganz eigenen Charakter. Was man jedoch sagen kann ist, dass ein kleine (Junge) Muräne öfters pro Woche gefüttert werden sollte als ein Grosses, bzw. älteres Tier. Als Richtlinie könnte man es ungefähr so definieren, dass man ein junges Tier 4-5x und ein älteres Tier 2x pro Woche reichlich füttert. Dieses „reichlich“ ist zwar auch wieder ohne Aussagekraft und muss effektiv pro Tier selber herausgefunden werden. Ich habe meine Sternfleck-Muräne über zwei Jahre und ich denke sie wird ungefähr 3 Jahre alt sein. Die Grösse ist wie oben schon erwähnt ca. 55/60cm und ich gebe ihr 2x pro Woche je 3-4 Stinten in der Grösse des kleinen Fingers. Wenn sie anderes Futter bekommt ist es ungefähr die gleiche Menge. Wichtig ist nicht zu viel Futter zu geben, denn eine Muräne „bunkert“ dann gerne das was als zu viel gegeben wird. Dieses Futter lässt sie im Bau wieder raus und vergräbt es unter einer Riffplatte. Da kann es sehr schnell zu unerwünschten Wasserwerten kommen. Es kann durchaus mal vorkommen, dass sie sich an einer Banane vergreift. Ist nicht die Regel, doch diese hier hat anscheinend ein Vegi-Menü zwischendurch mal gerne  

https://www.youtube.com/watch?v=UtEgH5n4c3k

 Wenn man eine Muräne neu ins Becken einsetzt oder sonst etwas grösseres am Becken hantiert, kann es durchaus sein, dass sie dann ein paar Tage nichts an Fressen annimmt und etwas verstimmt ist. Dies legt sich jedoch von selbst wieder, sobald sie sich wieder wohl fühlt. Dabei ist jedoch nicht zu vergessen, sie trotzdem jeden Tag mit Futter zu locken. Denn wenn man dann das Pech hat den richtigen Zeitpunkt zu erwischen und sie der Hunger plötzlich plagt, ja dann kann es sicherlich vorkommen, dass die Bewohnerzahl im Becken plötzlich etwas sinken wird. Sobald sie wieder wie gewohnt das Futter annimmt, geht man zum normalen Fütterungsintervall über.  

Wasserwerte

Die Wasserbelastung ist etwas höher mit einer Sternfleck-Muräne, wobei sie verträgt Wasserwerte von bis zu 50 ppm Nitrat problemlos. Doch dies soll ja nicht das Ziel sein, da wir ja noch andere Tiere im Becken pflegen wollen. Ich zum Beispiel pflege ein Mixed Zoox./Azoox. Riffbecken und da muss ich schon etwas aufpassen, dass ich die Wasserwerte im Griff habe. Die doch grosse Futtermenge und dem daraus resultierendem Stoffwechsel ist die Belastung doch relativ gross. Die Wasserwerte sind bei mir wie folgt: NO3: 7 mg/L und schwankt zwischen 5-15 PO4: 0.02 mg/L und schwankt zwischen 0.02 – 0.06  

Das Becken der Sternfleck-Muräne

Ein Becken sollte gegen einen möglichen Ausbruch der Muräne gesichert sein, da sie echte Ausbrecher sein können. Hier empfehle ich mindestens einen Abschluss rund ums Becken von ca. 20 cm. Je höher dieser Rand je sicherer ist es, dass die Muräne im Becken bleibt. Somit ist ein kleiner Fluchtversuch eher unwahrscheinlich. Eine weitere Möglichkeit ist, das Becken komplett abzudecken. Da nicht jede Muräne gleich reagiert und jede einen eigenen Charakter hat, kann hier nicht pauschal einen Tipp abgegeben werden.  Sollte es wieder erwarten doch mal vorkommen, dass man die Muräne vor dem Becken findet, ist es von Vorteil, wenn man sie auf jeden Fall nochmals ins Wasser bringt. Eine Muräne kann auch mehrere Stunden ausserhalb des Becken, bzw. des Wasser überleben. Ich persönlich hatte noch nie eine Muräne die versucht hat aus dem Becken zu fliehen. Dies sicherlich auch, weil ich ihr genügend Unterschlupf zur Verfügung gestellt habe. So fühlt sie sich wohl, kann sich in ihr Revier zurückziehen und hat ihre Ruhe. Als Beckengrösse empfiehlt sich für eine Sternfleck mindestens eine Grösse ab ca. 400-500Lt., darunter würde ich es persönlich nicht empfehlen. Die Sternfleck-Muräne ist ein Tier, welches sehr sessil ist. Nicht in dem Sinne, dass sie ‚festsitzend‘ ist, jedoch am liebsten in ihrer gewohnten Behausung bleibt. Die Temperatur +/- 25/26°C ist ideal, denn wenn es ihr zu warm ist, kann sie sehr unruhig werden. Auch hat man schon festgestellt, dass in einem zu warmen Becken vermehrt Übergriffe auf andere Mitbewohner stattgefunden haben. Bei kleinen, bzw. sehr jungen Tieren muss man zusätzlich aufpassen, dass diese nicht in die Pumpen geraten können. Also die Pumpen so platzieren, dass dies nicht passieren kann. Ideal ist hier sicherlich die Gyre von Maxspect, da ist es fast nicht möglich, dass sie in die Pumpe geraten kann. Sternfleck_auf_Riffplatte Ab und zu ist sie auch mal gerne auf der neu eingebauten Riffplatte und schläft hier gemütlich. Ist ein gutes Zeichen, dass sie sich sehr wohl und nicht bedrängt fühlt. Denn eine Muräne verlässt sonst ihr sicheres Zuhause sehr ungern.  

Andere Mitbewohner im Becken

Vielfach wird mir auch die Frage gestellt, ob eine Sternfleck-Muräne mit anderen – kleineren – Fischen vergesellschaftet werden kann. Dies ist gleich das nächste Stichwort, auf welches ich noch etwas näher eingehen möchte. Grundsätzlich kann man diese Frage mit einem „ja aber“ beantworten, sofern man gewisse Massnahmen ergreift. In meinem Becken hat es auch kleine Fische wie z.B. einen Gobiodon okinawae, Pseudocheilinus hexataenia, Diproctacanthus xanthurus, Velenciennea puellaris, Chrysiptera hemicyanea, etc. Ebenfalls habe ich Garnelen der Sorte Lysmata debelius und Lysmata amboinensis als Putzequipe. Letztere pflegen die Muräne täglich und das gleiche gilt auch für die Diproctacanthus xanthurus, welche auch mal in das Maul zum reinigen dürfen. Also zurück zur Frage, ob sie die kleinen Fische am Leben lässt! Wenn man ein paar grundlegende Punkte berücksichtigt, dann ist es mit einem gewissen Restrisiko sicherlich machbar. Der Grundsatz ist, dass alles was vor der Muräne im Becken war, meistens in Ruhe gelassen wird. Da gibt es „fast nie“ Übergriffe auf bestehende Beckenbewohner, vorausgesetzt es wird richtig gefüttert und der Hunger plagt sie nicht. Anders sieht es aus, wenn man zur bestehenden Muräne neue Tiere einsetzen will. Hier ist es wichtig, neue Tiere sehr lange – die Betonung ist auf „lange“ – an das Beckenwasser anzugewöhnen. Ohne diese Angewöhnungszeit wird z.B. eine neue Garnele als ultimatives Futter angesehen und schwups ist sie weg. Ideal ist es, die neuen Bewohner ca. 2-3 Stunden in einem separaten Behälter mit dem gleichen Beckenwasser wie die Muräne vorfindet, zu halten. Quadro_Bild Auch habe ich schon die ganz kleinen Fische oder Garnelen in einem HOBBY Nido II, Ablaichbehälter oder HOBBY Nido III, Netz Ablaichbehälter ein paar Stunden direkt im Becken (alternativ auch im TB) gelassen. Ist weniger Stress für die neuen Bewohner und das Wasser zum angewöhnen stimmt so auch bestens. Nun noch der letzte wichtige Tipp. Die neuen Tiere so um die Mittagszeit einsetzen, denn wie anfangs schon erwähnt, die Muräne ist ein nachtaktives Tier. Je länger die neuen Tiere bei Licht im Becken sind, je besser für sie um sich an die neue Umgebung anzugewöhnen. Auch ist in dieser Zeit die Muräne nicht auf Beutefang eingestellt und verbringt die meiste (Tages)Zeit in ihren Unterbauten. Die einzigen Verluste die ich bis jetzt zu beklagen hatte waren die Krabben, wie zum Beispiel die Ashtoret lunaris – Gepunktete Mondkrabbe. In der freien Wildbahn sind ja die Krabben eine ihrer Lieblingsspeisen auf dem Menüplan der Sternfleck.

ACHTUNG!

Grundsätzlich möchte ich hier noch anfügen, Muränen sind Raubfische!! Es kann jeder Zeit passieren, dass eine „Kinderarmdicke“ und 70/80cm lange Muräne das komplette Becken in wenigen Stunden vertilgt! Da ist dann auch mal ein Zebrasoma flavescens – Zitronenflossen-Doktorfisch (Hawaii-Doktor) nicht mehr sicher! Dessen sollte sich jeder Halter – vor der Anschaffung – einfach klar und bewusst sein!! Ausnahmen bestätigen eben die Regel… Dieser Bericht wiederspiegelt meine persönlichen Erfahrungen mit der Sternfleck Muräne und sind keineswegs als pauschal oder als Regel in jeder Beziehung anzusehen. Sternfleck_Titelbild So das wars von mir. Ich hoffe Ihr hattet viel Spass beim Lesen meines Portraits. Lasst es mich und das MLTV-Team doch einfach wissen, wie Ihr den Artikel fandet.

Bis dahin Viele Grüße euer Tom  

Schade schon vorbei

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei Tom Marty für dieses spannende Porträt der Sternfleck-Muräne bedanken. Wenn ihr mehr Fragen zur Sternfleck-Muräne habt, schreibt  ihn doch einfach mal an. Wir denken, er hilft euch gerne weiter. Wir möchten auch an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass Tom seit einiger Zeit einen kleinen Blog ins Leben gerufen hat. In diesem berichtet er in verschiedenen Artikeln über sein Becken und dessen Bewohner und gibt dabei seine Erfahrungen weiter.  Wenn Ihr Lust habt schaut doch einfach mal bei ihm auf der Website vorbei. Es wird sicher für den einen oder anderen interessant werden. Seine Seite findet ihr hier. Toms-blog-logo-worldofcorals_dark_font_white   So nun bleibt uns wie immer nur noch, uns bei euch zu bedanken. Teilt uns doch einfach auch mal mit, wie euch solche Portraits gefallen. Wünscht ihr euch noch mehr davon, oder ist das eher weniger interessant für euch. Wir freuen uns auf euer Feedback. Bis dahin. Salzige Grüße Euer Carsten

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