-Werbung- ID8

Wir gestehen es gleich zu Anfang. Der Versuch bei diesem Artikel 100% neutral zu bleiben und keine persönlichen Vorlieben zu haben, wird uns  sehr schwer fallen. Aber wir werden unsere Meinung ausführlich begründen, damit ihr das für euch nachvollziehen könnt. Ausserdem möchten wir auch gleich klar stellen, dass es sicher ganz viele Aquarianer gibt, die eine der genannten Möglichkeiten nutzen und bei denen es wunderbar funktioniert. Wie immer in der Aquaristik gibt es keine allgemeingültige Meinung so wenig wie das Wasser das bei uns aus der Leitung kommt, bei allen gleich ist.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Wenn wir Aquarien betreiben wollen, kommen wir natürlich um das Thema Wasser nicht herum. Allen ist klar, Salz muss rein,  aber ist es denn nicht eigentlich egal ob ich das nun in Osmose Wasser, Destilliertes Wasser, Vollentsalztes Wasser oder Leitungswasser gebe ? Ist doch alles Wasser oder nicht ?
Ja klar alles ist Wasser. Aber dennoch wurde dieses Wasser unterschiedlich aufbereitet und ist je nachdem mehr oder weniger für unser Hobby geeignet. Da doch immer wieder viele Fragen und auch Diskussionen zu diesem Thema aufkommen, dachten wir, es wäre vielleicht mal nicht schlecht einen Artikel über dieses Thema zu veröffentlichen. Daher möchten wir euch in diesem Artikel einfach einen kleinen Überblick geben über die verschiedenen Arten der Wasseraufbereitung geben und was so dahinter steckt.

 

Wir können uns nie wirklich sicher sein

Fangen wir doch mit dem klassischen Leitungswasser an. Das kommt ja schliesslich bei uns aus der Leitung. Also stellt sich doch klar die Frage, kann ich das denn nicht auch einfach nehmen und sei es nur zur Erstbefüllung ?

Wir sagen mal so. Es mag in Deutschland vielleicht einige wenige Oasen geben, die sehr reines Wasser, wie zum Beispiel Bergquellwasser,  aus der Leitung bekommen und die dieses Wasser sicherlich auch verwenden können. Aber die Mehrzahl der Aquarianer wird nicht in solch einer Oase leben. Selbst bei diesen wenigen Glücklichen bleibt aber immer  auch immer ein gewisses Risiko.

-Werbung- ID6

„Aber was ist denn nun so schlimm an unserem Wasser ?“

Dazu muss man sich folgendes vor Augen halten. Unser Leitungswasser ist sicher für uns Menschen in einer ausreichenden Qualität vorhanden. Allerdings haben wir in den meisten Gegenden doch sehr hartes und vor allem Nährstoffreiches Wasser. Nitratwerte bis zu 50mg/l können vorkommen, desweiteren sind Phosphate sowie Silikate sind in gewissen Mengen vorhanden. Dies ist natürlich in einem Meerwasser Aquarium, bei dem wir zum Wohle unserer Korallen diese gesamten Werte innerhalb der optimalen Bereiche stabil halten möchten, eher kontraproduktiv. Nun könnte man ja hingehen und sagen

„Ok verstehe ich alles, aber wenn die Analyse meines Wasserwerks doch hier sehr niedrige Werte angibt, dann kann ich das doch verwenden “ .

Richtig, allerdings sollte man dabei eben auch eines beachten. Unsere Wasserwerke überwachen sicherlich permanent die Qualität unseres Wassers. Allerdings sind sie eben nur verpflichtet Schwankungen zu melden, die über die vom Gesetzgeber festgelegten Grenzwerte hinaus gehen. Leider veröffentlichen sehr viele Wasserversorger nur eine Analyse im Jahr, meistens sogar eine aus den Wintermonaten oder sie verwenden gemittelte Werte. Das bedeutet, das wir Schwankungen innerhalb gewisser Grenzen als Aquarianer gar nicht mitbekommen. Diese Abweichungen können durch verschiedene Faktoren, wie unter anderem durch die Düngung der Felder im Frühling und Sommer, entstehen. Hinzu kommen  noch unter Umständen höhere Belastungen mit Schwermetallen oder Medikamentenresten so wie  anderen Stoffen, welche in den  Analysen nicht festgehalten oder vom Versorger nicht angezeigt werden, da sie nicht Lebensmittelrelevant sind. Auch hier gibt es doch leider sehr grosse Unterschiede in der Transparenz der unterschiedlichen Wasserversorger.
Da die Wasserwerke ihre Analysen in der Regel dort messen, wo unser Wasser in das Leitungsnetz eingespeist wird, können insbesondere Schwermetalle an der Meßstelle unter umständen gar nicht vorhanden sein, sondern kommen erst durch unser Leitungsnetz ins Wasser.  All dies kann dazu führen, dass unser Aquarium eine Zeitlang super läuft, es dann aber eines Tages zum Crash kommt. Aus diesem Grunde möchten wir hier doch davon abraten, einfach Leitungswasser zu benutzen. Schon bei einer Erstbefüllung können sehr viele Stoffe ins Becken gelangen, an denen wir sehr lange zu knabbern haben und wir sind der Meinung das muss nicht sein. Daher seid ein wenig vorsichtig, wenn ihr im Internet immer wieder Aussagen lest wie

„Ich benutze nur Leitungswasser das funktioniert super“.

Zum einen fehlen hierbei oft die Angaben wie lange das Becken schon so am laufen ist, da manche Probleme eben erst nach wenigen Jahren auftreten können zum anderen kommt aus eurer Leitung eben auch wieder ein ganz anderes Wasser.

 

Osmose Anlagen erzeugen zu viel Abwasser

Kommen wir nun zum Osmose Wasser. Moderne Umkehr Osmose Anlagen bestehen heute aus mindestens 3 Stufen. Die erste Stufe ist ein Sediment Filter. Hier wird schon mal der grobe Dreck entfernt. Die zweite Stufe ist dann ein Aktivkohlefilter der eine chemische Reinigung des Wassers vornimmt und organische Verunreinigungen sowie Pestizide und Chlor entfernt. Allein schon bei diesen beiden Stufen merkt man, dass hier ein großer Unterschied zum normalen Leitungswasser besteht.
Nun kommt aber noch die dritte und letzte Stufe. Die Osmose Membran. Hierbei nutzt man das Prinzip des Osmotischen Drucks. Wasser wird mit einem gewissen Druck (4 -6 Bar) gegen die Membrane gedrückt welche mikroskopisch kleine Poren enthält und nur zu einer Seite hin durchlässig ist. Das ganze funktioniert daher,  da Wassermoleküle wesentlich kleiner sind als die von Nitrat, Pestiziden, einigen Viren usw. Als Ergebnis erhalten wir also ein fast reines Wasser befreit von den meisten Verunreinigungen. Die meisten Osmose Anlagen haben eine Rückhaltquote von 80% was bei sehr vielen schon eine wirklich sehr gute Wasserqualität erzeugt. Aber wie man sicher schon erahnen kann, können diese  restlichen 20% uns eben auch Probleme machen. Dazu aber später mehr.

Nun gibt es natürlich auch immer wieder Kritiken an den Osmose Anlagen, da diese aufgrund Ihrer Wirkungsweise natürlich nicht unbedingt die schnellsten sind um Wasser herzustellen, aber auch das Reinstwasser zu Abwasser Verhältnis, welches bei den meisten Anlagen 1:4 beträgt, stört viele doch immer wieder. Immerhin bedeutet das ja, dass um 100l reines Wasser herstellen zu können 400l Abwassser erzeugt wird. Man sollte sich dabei aber auch immer vor Augen halten, was wir alles aus dem Wasser wirklich raus holen und das eben dieses Prinzip  nur dadurch funktionieren kann , in dem wir permanent das nicht benutzbare Wasser abfließen lassen. Da sonst die Membran einfach zu schnell verstopft wäre.

3e6f798bc3daa1398ffb580a08e2ef95_0

 

Es muss nicht immer nur 1:4 sein

Die Hersteller von Osmose Anlagen haben darauf natürlich auch schon lange reagiert und entsprechende Anlagen auf dem Markt gebracht, die  mit einem besseren Verhältnis mittels Druckerhöhungspumpen und mittels größerer Membranen eine höhere Tagesleistung an Reinstwasser erzeugen können mit einem niedrigerem Abwasser Verhältnis, hier ist heute ein Verhältnis von bis 1:1 möglich. Die Investition in eine solche Anlage ist aber eben auch entsprechend höher.  Ob sich diese für einen selbst lohnt, muss jeder für sich selbst beantworten. Es ist ja nun nicht so, dass das Abwasser einfach aus dem Trinkwasser Kreislauf verschwindet, sondern es wird ja über die Kläranlagen gereinigt und wieder den Flüssen und Bächen zugeführt und somit langfristig eben auch wieder unserem Trinkwasser.  Da Osmose Wasser sehr lange gelagert werden kann, gibt es natürlich auch die Möglichkeit, es bereits auf Vorrat zu produzieren. Somit kann man auch das Warten etwas relativieren.

Wie immer gibt es neben den vielen Vorteilen eben auch immer einen gewissen Nachteil. Wie bei allen Filterarten, so muss man auch bei einer Osmose Anlage darauf achten, dass man  die Filtermedien (Sediment, Aktivkohle sowie Osmosemembran) in regelmäßigen Abständen tauscht. Dadurch entstehen natürlich Kosten. Leider scheint der Trend leider auch hier wohl immer mehr dahin zu gehen, dass die Anlagen in der Anschaffung immer günstiger werden und ein anschliessender Tausch der Filtermedien fast schon teurer wird als eine Anschaffung einer komplett neuen Anlage. Die Osmose Anlage wird dadurch zu einem Wegwerfprodukt. Da in den Anlagen doch sehr viel Kunststoff verbaut wird, bewerten wir diese Entwicklung aus Umweltsicht doch eher kritisch. Daher würden wir es begrüßen, wenn wir hier mit einem guten Beispiel vorangehen, und nicht einfach eine funktionierende Anlage wegwerfen, sondern eben nur die Filtermedien tauschen.

 

Alles noch zu langsam es geht auch schneller

Da wie oben bereits erwähnt, der Herstellungsprozess von reinem Wasser mittels einer Osmose Anlage sehr langwierig ist und sich mancher an dem Reinstwasser- Abwasser Verhältnis stört, sind in den letzten Jahren doch immer mehr auch die sogenannten VE (Vollentsalzer) Anlagen modern geworden. Wobei dieser Begriff doch ein wenig Irreführend ist, da auch Osmose Wasser im Prinzip VE Wasser ist. Daher möchten wir doch eher den richtigen Begriff des Ionentauschers verwenden. Die Hersteller bieten uns heutzutage  entsprechende Anlagen für den Heimbereich zu erschwinglichen Preisen an. Vorteil dieser Anlagen liegt klar auf der Hand. Man hat so gut wie keine Wartezeiten mehr um sein sauberes Wasser zu bekommen und man hat keinerlei Abwasser.

Wie funktionieren diese Anlagen aber nun ? vereinfacht gesagt, basieren diese Anlagen auf dem Prinzip, das schwächer geladene Ionen von stärker geladenen verdrängt werden. Ich will euch aber auch nicht mit den Details langweilen. Solltet Ihr euch detaillierter dafür interessieren, könnt ihr uns natürlich gerne ansprechen.

Es gibt auf dem Markt im Grunde zwei verschiedene Arten des Ionentauschers. Den sogenannten Kationen – Anionen Tauscher auch liebevoll Kati und Ani genannt. Dieser hat zwei Säulen in denen sich unterschiedlich geladenes Harz befindet. Sowie den sogenannten Mischbettharz Tauscher. Hier wurden die beiden Harze miteinander zu einem Harz vermischt. Beide Filtertypen arbeiten im Grunde nach dem gleichen Prinzip. Das Wasser wird durch die Harze gedrückt und dabei wird es deminiralisiert. Als Ergebnis erhalten wir wieder sauberes Wasser. Bei diesem Vorgang erschöpfen sich allerdings die Harze und müssen nach einer gewissen Zeit getauscht werden.

 

Wo Licht ist, da ist auch Schatten

Beide Systeme haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Beim Kationen und Anionen Tauscher können wir die Harze nachdem diese erschöpft sind einfach wieder regenerieren und sie wieder verwenden. Das Regenerieren kann mehrfach erfolgen, somit haben wir den Vorteil, das wir klar Kosten sparen, weil wir das Filtermedium immer mehrfach verwenden können und es nicht so schnell austauschen müssen was ja auch Kosten nach sich zieht. Der Nachteil liegt allerdings darin, das wir zur Regeneration Salzsäure und Natronlauge benötigen. Diese sind natürlich nicht immer einfach mal so um die Ecke zu besorgen und nicht jedem macht es Freude, mit diesen Substanzen zu arbeiten.

Hier liegt wiederum der Vorteil des Mischbettharzfilters. Wir müssen uns nicht mit dem regenerieren der Harze beschäftigen, was bei diesen allerdings auch nicht einfach mal so möglich wäre, sondern tauschen diese eben einfach aus. Dadurch entstehen uns aber eben wieder die Kosten für die entsprechenden Harze.

Es gibt viele die den Ionentauscher als selbstständiges Gerät allein für sich betreiben und damit zufrieden sind. Wenn es bei euch so funktioniert, ist das auch super. Aber wir möchten doch eines zu Bedenken geben. Ionen Austauscher haben Ihre Grenzen. Sie können entgegen der Umkehrosmose Anlage z.B. keine Viren, Bakterien, Organischen Stoffe, Dioxine, Chlor, Pestizide und und und aus dem Wasser entfernen sondern sie nur im gewissen Maße reduzieren. Wenn man sich sicher ist, dass das Leitungswasser damit nicht belastet ist, kann man so eine Anlage bedenkenlos benutzen und sich an den niedrigeren Unterhalts Kosten erfreuen. Dennoch möchten wir auch in solche einem Fall zumindest noch die Benutzung eines Aktivkohlefilters empfehlen. Je nachdem welche Harze verwendet werden, ist Wasser welches rein durch einen Ionentauscher produziert wird, nicht so rein wie aus einer Osmose Anlage was aber eben nicht bedeuten soll, dass es nicht funktioniert, sondern es viele Beispiele gibt wo es hervorragend funktioniert.

 

Destilliertes Wasser das pure Gift

Nun zum Destillierten Wasser. Was wir  hier schon für Schauermärchen in Foren und Facebook Gruppen zum Thema Destillierten Wasser gelesen habe. Wahnsinn,  von

„Das ist pures Gift da sind dir morgen alle Fische tot“

bis hin zu

„Das lässt dein Becken kippen nimm das niemals“ .

Kurz und knapp gesagt. Vergesst das. Natürlich könnt ihr Destilliertes Wasser verwenden. Wobei der Begriff meiner Meinung nach irreführend ist, da dass Wasser welches wir in der Regel im Supermarkt oder Baumarkt zu kaufen bekommen, nicht mittels Destillation hergestellt wird, sondern mittels Demineralisierung. Sprich es ist nichts anderes als Wasser welches durch entsprechende Vollentsalzer Anlagen gefiltert wird.

Also kann das doch nichts schlechtes sein oder ? Nein ist es auch nicht. Trotzdem wird immer wieder von Problemen berichtet die bei der Verwendung von Destilliertem Wasser auftreten und die Mythen und Legenden weiter befeuern. Woher kommen also nun diese Probleme ? Das ist eigentlich sehr einfach. Der Gesetzgeber hat wie bei vielen anderen Dingen in unserem Leben gewisse Grenzwerte festgelegt bis wohin ein Wasser als Destilliertes Wasser bzw. Deminieralisiertes Wasser verkauft werden darf. Da die Hersteller ja auch Geld verdienen wollen, werden die Filter bis auf den letzten Meter ausgepresst. Daher kann es natürlich sein, das wir bei der Verwendung von Destilliertem Wasser auch in Probleme laufen können, wie z.B. Kieselalgen oder andere Algen. Aber generell kann man das verwenden.

 

Vergesst die Kosten nicht

Nun sollte man allerdings bei der Verwendung von Destiliiertem Wasser oder sofern ihr bisher euer Wasser beim Händler um die Ecke geholt habt, auch die Kosten nicht vollends ausser Acht lassen. Nehmen wir  die Kosten für die Filterwechsel einer durchschnittlichen Anlage zum Herstellen von Reinstwasser plus die Wasser und Abwasserkosten, kommen wir auf einen Preis von rund 5 Cent pro Liter Wasser. Destilliertes Wasser kostet bei uns in der Region meistens rund 30 Cent pro Liter, Osmose Wasser vom Händler in der Regel 20 – 25 cent. Je nachdem wie viel Wasser ihr also pro Woche benötigt, rechnet sich so eine Anlage bei einem Einstiegspreis von rund 40 Euro  sehr schnell. Mal ganz von Benzinkosten  abgesehen die ja auch noch für das hin und her fahren anfallen.

 

Ja aber was denn nun

Wenn man diesen  Artikel nun so ließt, könnte man doch eigentlich meinen irgendwie ist nichts perfekt. Leitungswasser ist nicht zu empfehlen, Osmose schafft nicht alles herauszuholen, Ionentauscher Anlage auch nicht und Destilliertes Wasser ist nun auch nicht die Wunderwaffe. Ja was mache ich denn nun am besten.

Hier kommen wir zum Anfang dieses Artikels zurück. Es wird schwer fallen 100% neutral zu bleiben. Sicher,  wenn Ihr in die Runde fragt werden einige sagen

„Ich nehm nur Osmose und alles ist super“

andere werden sagen

„Osmose viel zu lahm, ich nehm nur VE Anlage bin super zufrieden“

Wir würden  euch aufgrund der oben aufgeführten Punkte sagen

„Das ideale Reinstwasser  zum Herstellen von Meerwasser erhält man  schlichtweg durch eine Kombination von zwei  Systemen“.

Sprich erst mittels Osmoseanlage mit Ihren drei Stufen das ganze schon mal vorbereiten und dann mittels Ionentauscher den Rest auch noch raus holen. Das Ergebnis ist ein Reinstwasser wo nichts mehr enthalten ist und woraus wir in Kombination mit hochwertigen Meersalzmischungen ein ideales Meerwasser für unsere Tiere herstellen können. Alles andere kann funktionieren, kann aber eben auch je nach Ausgangsqualität des Leitungswassers, Probleme geben. Wie immer werdet Ihr für euch selbst herausfinden müssen was bei euch am besten funktioniert und was bei euch möglich ist. Wer sicher gehen will, wird auf diese Kombination zurückgreifen.

Die Anschaffungskosten für eine solche Anlage beginnen bei ca. 70 Euro (Osmose Anlage und Mischbettharzfilter)  . Es geht natürlich immer teurer aber mit einer solchen Anlage kann man je nach Region schon bis zu 190 Liter Wasser in 24 Stunden herstellen. Wer wirklich mehr braucht, wird sich hier entsprechend größere und teurere Anlagen anschaffen.

OsmoseMischbett

 

Hört nicht blind auf die Hersteller

Zum Abschluss dieses Artikels noch einen kleinen Tip. Viele Hersteller geben immer irgendwelche Literangaben an, nach wie viel Liter die Filterstufen (Filter , Membrane, Harze) getauscht werden sollten. Wir  haben festgestellt, dass die Filter auch länger halten je nach Belastung des Leitungswassers bzw. wenn es sehr belastet ist, auch sehr viel schneller erschöpft sind. Deswegen lohnt es sich unter Umständen ein kleines Leitwert- oder TDS Messgerät anzuschaffen. Dieses bekommt ihr schon ab  ca. 25 Euro schon und leistet gute Dienste. Die Anwendung ist ganz einfach. „Einschalten, Eintauchen, Ablesen “ . Unser Reinstwasser hat immer einen Leitwert von 0 (Was rein theoretisch natürlich nicht möglich ist, aber für unsere Zwecke genau genug) sprich so gut wie nichts ist mehr enthalten. Steigt hier der Wert auf  2 (Umgerechnet auf für TDS 1,28 ppm) messen wir erst nach der Osmose Anlage den Wert und anschliessend den Wert nach Mischbettharz. So bekommen wir raus, wo das Problem liegt und tauschen  die entsprechenden Filter. Andere gehen sogar noch höher aber hier kann jeder ganz schnell seine persönliche Grenze festlegen.  Das bedeutet diese kleine Investition kann euch je nach Belastung des Wassers entweder auf die Dauer bares Geld sparen, weil Ihr einfach seltener die Filter tauschen müsst oder aber euch vor Problemen schützen weil vielleicht die Filter vor der angegebenen Zeit bereits erschöpft waren. Es gibt natürlich auch hier wieder genauere und komfortablere Geräte als das unten abgebildete Handleitwert Messgerät. Aber letzten Endes erfüllen sie alle nur den einen Zweck, nämlich das kurze prüfen unseres Reinstwassers.

3e6f798bc3daa1398ffb580a08e2ef95_0_1

So nun hoffen wir, dass euch dieser Artikel ein wenig helfen konnte, das große Thema Wasseraufbereitung besser zu verstehen und so manche Aussage in den tiefen des Internets besser zu beurteilen . Wir hoffen das Lesen hat euch viel Spass gemacht. Wie immer denkt daran, wir wollen ein interaktives Magazin sein, daher würden wir uns wie immer über euer Feedback, eure eigenen Erfahrungen mit den verschiedenen Aufbereitungsmethoden freuen, aber auch wenn Ihr eigene Wunschthemen und Ideen habt, wäre es super wenn ihr uns diese mitteilt. Nun bleibt wie immer nur noch zu sagen.

Bis in 14 Tagen euer Carsten vom Meerwasser Live Magazin. Da werden wir Spur(is)en im Sand folgen Lasst euch überraschen. 

-Werbung- ID9

11 Kommentare

  1. Hallo, guter und informativer Bericht. Ich bin in der Planung eines Mewa Aquariums. Es gibt von Vertex eine Osmoseanlage die wie im Bericht geschrieben sowohl Membranen als auch eine Hochleistungsharz DI Patrone [Mischbettharz] besitzt, sowie einen TDS Meter, Rückhalterate 1:1. Der Preis ist allerdings mit 360 Euro satt. Ist solch eine Anlage zu empfehlen, was kostet ein guter Vollentsalzer? In den Internetshops werden überwiegend Osmoseanlagen angeboten. Was ich nicht verstehe ist das Regenerieren mit der Säure….kann mir darunter nichts vorstellen, da gefällt mir etwas auszutauschen besser.

    • Hallo Alexandra,

      vielen Dank für dein Feedback zu diesem Artikel das freut mich sehr.

      Nun zu deinen Fragen. Die Anlage von Vertex gehört schon zu den High End Anlagen. Mit einer Tagesleistung von glaube ich 350 – 375 l Wasser pro Tag und eben schon eingebauten TDS Meter. Dazu noch das Abwasser Reinstwasserverhältnis von 1:1 . Ob sich die Anschaffung einer solchen Anlage lohnt, hängt natürlich von verschiedene Faktoren ab. Sprich wie gross soll dein Aquarium werden. Planst du ein System mit Wasserwechseln zu fahren oder auf Wasserwechsel weitestgehend zu verzichten. Anhand der Größe des Beckens wird sich dann wieder entscheiden, wieviel Verdunstungswasser du letzten Endes benötigen wirst und natürlich wieviel Wert du persönlich auf das Abwassser zu Reinstwasser Verhältnis legst. Dies alles entscheidet eben darüber, ob für dich so eine Anlage interresant ist (und ich weiss es gibt einige die diese Anlage haben) oder aber eine Anlage für sagen wir gesamt 60 – 100 Euro plus rund 25 Euro für ein Leitwertmessgerät vollkommen ausreichend sein wird. Wenn du hier noch weitere Fragen hast, kannst du mich gerne persönlich Anschreiben oder vielleicht hast du ja auch Lust bei uns in der Facebook Community vorbei zu schauen, auch hier können wir gerne über das Pro und Contra diskutieren. Rein technisch gesehen ist gegen diese Anlage nichts auszusetzen, ausser das der Preis natürlich schon recht happig ist.

      Was die VE also den Ionenaustauscher angeht und die Verfügbarkeit in den Shops, ja das ist richtig. Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht, dass die meisten Aquaristik Online Shops in der Regel nur Osmose Anlagen anbieten. Nichts desto trotz gibt es auch Online Seiten wo du entsprechende Anlagen bestellen könntest. Sowohl den Kationen – Anionen Tauscher als auch Mischbettharz Anlagen. Die Preise fangen hier für eine ganz kleine Anlage bei rund 90 Euro an und nach oben hin sind wie oft keine Grenzen gesetzt . Das regenerien der Harze bei einem Kati-Ani ist im Grunde sehr einfach. Ganz vereinfacht ausgedrückt, wird die Kationensäule mit 10% Salzsäure für einen gewissen Zeitraum gespült und die Anionen Säule mit 5% Natronlauge. Danach sind die Harze wieder einsetzbar. Natürlich kannst du auch die Harze austauschen nur ist das natürlich rein vom Kostengedanken auf die Dauer sehr viel teurer und umständlicher. Als Alternative hättest du natürlich noch die Mischbettharz Tauscher. Auch hier kann ich mir nur wiederholen. Wenn du noch weitere Fragen hast oder INternet Adressen von VE Anlagen Herstellern , schreib mich einfach an oder fühl dich herzlichst in unsere Facebook Community eingeladen.

      Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.

      Viele Grüße Carsten

  2. Danke für die ausführliche Rückmeldung. Möchte das Inspiria 300 von Eheim kaufen und plane einen wöchentlichen Teilwasserwechsel. Das Becken wird offen mit einer LED Beleuchtung betrieben werden. Ich komme aus Süddeutschland in der Nähe von Freiburg. Wir haben einen sehr hohen Silikatgehalt im Trinkwasser was ich mit einer reinen Osmoseanlage ja nicht vollständig rausbekomme, oder?Ich denke, je besser die Wasserqualität desto weniger Probleme habe ich evtl. später. Bei dieser Anlage von Vertex habe ich alles Wichtige deines Berichtes in einer Anlage vereint. Wenn ich jede Komponente einzeln kaufen muss,und das Abwasser berechne,rentiert sich die Investition dieser Anlage bestimmt.Fragen hätte ich noch viele, wie kann ich dich anschreiben, bin nicht im Facebook angemeldet, kann ich die Community auch so nutzen. Dank eurer Seite habe ich mich nach langem Überlegen auf jeden Fall für den Nyos Quantum Abschäumer 120 entschieden, LED noch fraglich. Danke und Gruß

    • Hallo Alexandra,

      bei einem solchen Becken ist wirklich die Frage ob sich die Anschaffung einer so grossen Anlage für dich lohnt. Da du ja nur rund 30l jede Woche Wasserwechsel machst und auch rein Verdunstungswasser warscheinlich unter 10l bleiben wirst. Sprich du bewegst dich in einer Menge, die du mit einer kleinen 190l /Tag Anlage in rund 4 Stunden produzieren kannst. Solch eine Anlage kostet rund 40 Euro, nimmst du nun noch einen günstigen Mischbettharz dazu (den ich dir dringend empfehlen würde) kostet dich dieser auch noch mal zwischen 30 und 40 Euro. Rechne ich nun ein kleines Leitwertmessgerät für 25 Euro ein, komme ich auf einen Gesamtbetrag von rund 95 – 105 Euro. Sprich du bist rund 250 Euro günstiger. Rechne ich nun die Mehrkosten für das Abwasser ein, komme ich bei dir im Jahr auf ein Mehrabwasser von rund 6,5 Kubimeter Wasser und Abwasser. Bei uns zahle ich pru Kubikmeter Wasser inkl. Abwasser Gebühren rund 4,50 Euro würde also bei deinem Verbrauch im Jahr Mehrkosten von rund 30 Euro bedeuten. Ich rechne mal nun nicht die Mehrkosten für die Filter und Harze ein, die so eine größere Anlage ja auch mit sich bringt. Sondern ganz objektiv nur das Wasser. Allein da musst du schon rund 8,5 Jahre diese große Anlage betreiben, bevor sie sich rechnet. Wie gesagt ich kann verstehen wenn du diese große Anlage kaufen willst, ich wollte dir nur eben auch mal aufzeigen das sich eine kleinere Anlage hier schon rentiert.
      Es ist kein Problem wenn du nicht in Facebook bist, kannst du mich auch gerne per Email kontaktieren cade2604@gmail.com. Ich helfe dir gerne bei deinen Fragen weiter. Die Facebook Community kannst du leider so dann nicht nutzen, aber wie gesagt Email geht ja auch

      So nun noch einen schönen Abend

      Viele Grüße Carsten

  3. Hi Carsten,

    besten Dank für deinen ausführlichen Bericht. Er bringt auf jeden Fall ordentlich Licht ins Dunkel.

    Beste Grüße, Marc.

  4. Sehr cool und wirklich informativ.
    Das einzige was ich nicht verstehe ist was die Kriterien dafür sind, ob ich das Aquarium MIT oder OHNE Wasserwechsel betreibe? Dachte es geht nur mit…
    Vermutlich ein Gesinnungs-Thema und nicht leicht zu beantworten?

    • Hallo Mark,

      nein es geht gerade im Meerwasser sehr gut ohne. Ob du dein Becken mit oder ohne Wasserwechsel oder sagen wir mit viel oder nur ab und an mal Wasserwechsel betreibst, hängst schlicht und ergreifend davon ab, wie du die Versorgung mit allen wichtigen Stoffen wie Calcium, KH, Magnesium, Kalium sowie den Spurenelementen und den Aminosäuren gewährleistest und wie du die Nesselgifte der Korallen rausfilterst . Dies kannst du mit dem herkömmlichen Balling Methoden machen oder mittels eines der auf dem Markt vorhandenen Systeme wie Sangokai, Triton, ATI Elements. Ich sage extra ab und an mal Wasserwechsel, da diese Systeme zwar weitestgehend versprechen, dass man keine Wasserwechsel mehr machen muss. Allerdings muss man hin und wieder doch mal einen machen auch wenn es nur einmal im Jahr oder weniger ist. Ganz ohne wird man selten auskommen.
      Die Nesselgifte wiederum bekommst du ja sehr gut mit Aktivkohle rausgezogen. Von daher gibt es keinen Grund in der Meerwasseraquaristik hier noch gross Wasserwechsel zu machen. Klar ist gerade für Nanoaquarien der technische Aufwand wesentlich zu hoch als mal schnell 10 Liter zu wechseln. Aber im Prinzip würde das dort genauso funktionieren. Für große Aquarien sieht das schon wieder ganz anders aus. Hier ist es wesentlich entspannter alles notwendige nach zu dosieren als alle 7 Tage 5% oder alle 14 Tage 10% Wasserwechsel durchzuführen.

      Daher ist es keine Gesinnungsfrage in dem Sinne, sondern eher eine Frage dessen welches System du fährst

      Hoffe ich konnte dir schon einmal mit dieser Antwort helfen. Ansonsten gerne weitere Fragen

      Gruss Carsten

      • Ja danke für die sehr informative Antwort und deine Zeit. Super! Gerade gesehen das die neue Tank Party Folge da ist… Dabei wollte ich doch pennen

  5. Ja ist ja auch alle schön und gut ! , nur aber Frege ich mich aber auch , wenn man aber einmal diese ganze Drumherum bedenkt : Salze , Spuris Osmose , Filter hier Einsätze da .Wäre es da wirklich noch um so vieles teurer wenn man echte Meerwasser ( ATI oder sonst wo ) verwenden würde ? .Oder kann ich mit Balling und co einen doch guten Kompromiss eingehen ?. Also ich trage mich auch mit dem Gedanken mir ein 60 oder 80 Liter Nano einzurichten .

    • Hallo Reiner,

      nun ja sagen wir einmal so, du machst es von der Kostenseite auf. Ich geh jetzt mal dann auch von Balling bei dir aus, und keinem Sangokai oder anderen System. Dann rechnen wir doch einmal gegen.

      Sagen wir mal du kaufst einen 25 KG Eimer Tropic Marin Pro Reef Salz. Also ein sehr hochwertiges Salz, womit du ein sehr gutes Meerwasser herstellen kannst. Da kosten dich diese 25 Kilo rund 70 Euro. Damit kannst du rund 750 l Wasser herstellen. Also Kosten Pro Liter rund 10 cent.

      Die Osmose und der Mischbettharz, kosten dich rund (ich geh mal von deinem Nano aus) rund 100 Euro hier hatte ich ja schon beziffert, dass dich jeder Liter Osmose rund 3 cent kostet.

      Die Ballingsalze bekommst du für (ich greif nun extra mal hoch) 10 Euro (ich kauf sie für 3,50) sprich 30 Euro.Daraus bekommst du rund 10 -13 Liter Stammlösung also kosten Pro Liter 1 Euro diese musst du bei beiden Varianten einrechnen, da dein Verbrauch dieser Elemente ja auch bei NMW stattfindet und du die Werte wieder anpassen musst sofern es nicht durch einen Wasserwechsel zu beheben ist. Sollte der Ausgleich durch Wasserwechsel möglich sein, dann ist er durch Salzmischungen sogar noch eher möglich, da diese in der Regel eine höhere Dosis mitbringen weil hier schon ein Verbrauch einkalkuliert wurde. Dies ist bei NMW nicht der Fall. Daher muss man das auch aus der Rechnung rauslassen.

      Gute Spurenelemente kosten run 30 Euro und Aminosäuren um die 10 Euro. Wobei du die Spuris ja nicht einrechnen darfst, da du ja Wasserwechsel planst und die Aminosäuren bei beidem einrechnen musst. Daher müsste man diese auch bei der Berechnung rauslassen.

      Also komme ich auf einen realen Literpreis von rund. 13 cent für mit Osmose und Mischbettharz angesetztes Wasser welches mittels einer sehr guten Salzmischung zu einem TOP Meerwasser aufbereitet wurde. Schauen wir uns mal NMW an. Hier kosten bei Mrutzek Noname 22 LIter 27 Euro von Carib Sea 9 Liter 19 Euro, das ATI 22 Liter 20 Euro. Sprich ich bin im Schnitt ca. bei einem – bis zwei Euro pro Liter Wasser. Bei einigen ist es Nordseewasser (z.B. ATI) das heisst im günstigsten Fall spare ich pro Liter rund 87 cent. Nehmen wir bei deinem Becken nun einmal an, das du alle 7 Tage 10% Wasserwechsel machst. Sprich 8 Liter sparst du pro Wasserwechsel rund 7 Euro. Also nehmen wir mal die Anschaffungskosten für das Salz und die Aufbereitungsanlage ran, dann komme ich auf 170 Euro. Das heisst deine Anlage rechnet sich bereits nach rund 25 Wochen.

      Nach 25 Wochen bist du trotz Anschaffungskosten schon im Plus und da hast du aber noch massig Salz über und die Osmose wird auch noch lange Ihren Dienst tun. Von daher bist du real viel schneller im Plus. Mal ganz von dem Fall abgesehen, dass du auch bei NMW evtl. mal wegen Wasserentnahme oder fehler beim Auffüllen, wieder einen Ausgleich des Salzgehalts durchführen musst. Dazu würdest du aber auch Salz benötigen, da du ja hier Wasser mit einem höheren Salzgehalt als 35 ppt benötigst.

      Deswegen NMW ist sicher eine gute Sache, wenn man direkt an einer super Stelle direkt an der Nordsee wohnt und hier mal bei Triton das Wasser analysieren lässt und feststellt, das man das verwenden könnte. Da kenne ich vereinzelt Leute, die sich die Mühe machen und sich das selbst abfüllen. Das NMW ist sicher auch eine super sache wenn man im Notfall mal einen Reset fahren will oder man für eine bestimmte Sache wenige Liter benötigt. Aber um ein Becken nur mit NMW zu betreiben, wird das einfach auf Dauer viel zu teuer. Ich hab das letztens erst mit Oliver Pritzel von ATI besprochen. Er sagt auch, klar kann man das machen wenn man darauf steht und sich gut dabei fühlt. Aber letzten Endes sieht er es auch so wie ich, dass es auf Dauer einfach zu teuer ist. Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.

      Grüße Carsten

Comments are closed.